Freitag, 12. November 2010

Adios Mexiko

Nach 66 Tagen, 4500 Kilometern, 121 Quesadillas (Jürg), 58 Sincronisadas (Stefan), sowie geschätzten 8800 winkenden Mexikanern und einem Krokodil (dieses natürlich nicht winkend), heisst es jetzt adios Mexiko. Morgen wollen wir die Grenze zu Belize überschreiten und das Land hinter uns lassen, in welchem wir wahrscheinlich bis am Schluss unserer Reise am meisten Kilometer zurückgelegt haben werden.
Wir freuen uns sehr auf Belize, werden Mexiko aber als ungemein freundliches Reiseland in Erinnerung behalten. Wir können Mexiko nur empfehlen. Infrastruktur, Strassen, Hotels, die Leute, allesamt sehr radlerfreundlich. Kein einziges Hotel hatte etwas dagegen einzuwenden, wenn wir jeweils unsere Fahrräder mit aufs Zimmer nahmen. Die Automobilisten nehmen sehr grosse Rücksicht auf Fahrradfahrer, fahren mit genügend Abstand und sehr oft hupen sie ganz kurz vor dem Überholen und viele schalten sogar die Warnblinkanlage ein, sobald sie einen Fahrradfahrer sehen. Grundsätzlich gilt: je grösser der Wagen, umso mehr Abstand. Besonders die Trucker sind genial, denn diese wechseln sogar meist auf die Gegenfahrbahn, um dem Fahrradfahrer auf keinen Fall zu nahe zu kommen.
Bevor wir die Grenze USA - Mexiko überschritten, warnten uns viele Amerikaner vor diesem gefährlichen Land.
Täglich lasen wir denn auch in den Nachrichten vom tobenden Drogenkrieg in Mexiko, von zahlreichen Toten und einem vollkommen hilflosen Staat. Doch als Reisende bekommt man davon nicht viel mit. Ausser vielleicht einmal eine mitternächtliche Kontrolle im Hotel und täglich einigen Strassensperren, durch welche wir aber als Fahrradfahrer ausnahmslos durchgewinkt wurden.
Auch punkto Kosten, lässt sich als Europäer hier gut reisen. Die günstigste Hotelübernachtung war gerade mal 150 Peso (12 Franken 50) und die teuerste 700 Peso (59 Franken), für jeweils zwei bzw. drei Personen. Im Schnitt benötigten wir pro Person 35.- am Tag ohne speziell zu sparen.

Na ja, wo wir etwas Mühe hatten, war das Essen. Die traditionelle Küche hat keine grosse Abwechslung zu bieten und für Vegetarier ist sie schlichtweg der Horror. Auf jeder Karte stehen dieselben Menus und diese bestehen zumeist aus den langweiligen Teigfladen, mit ebenso uninteressanter Füllung. Na ja, da wussten wir uns meist zu helfen (wenn wir keinen Italiener fanden), indem wir einfach selber etwas zusammen brutzelten, denn Zutaten waren immer und in grosser Auswahl in den Supermärkten zu finden. Auch im kleinsten Dörfchen hat es mindestens einen Händler mit grosser Gemüse- und Früchteauswahl. Vegetarier Achtung! Gemüsebouillon unbedingt von zuhause mitbringen. Gut hat Jürg diese kiloweise gebunkert.

Vielleicht auch nicht ganz unwichtig, was uns am besten gefallen hat:
Als Stadt: San Luis Potosi (mit den vielen, schönen Kolonialbauten)
Als Strecke: von Mazatlan nach Durango (sehr schön, aber auch sehr steil)
Als Begegnung (Mensch): Luis aus San Luis (der doch tatsächlich als Veganer in Mexiko überlebt)
Als Begegnung (Tier): Das Krokodil am Strassenrand (vollkommen unerwartet und überraschend)
Kulinarisch: der Italiener in Ciudad del Carmen (Restaurant Il Giglio)
Kulturell: Ruinenstädte Becan (wo wir ganz alleine, in einer Ruinenstadt im Dschungel waren)
Allgemein: dass in Mexiko jedes Hotel, jedes Restaurant und alle öffentlichen Gebäude rauchfrei sind (und das Rauchverbot tatsächlich von allen eingehalten wird)

Was uns nicht gefallen hat:
Die elenden Topes (Verkehrsberuhigende Schwellen, die einen Fahrradfahrer manchmal fast vom Rad werfen)
Kulinarisch: die phantasielose mexikanische Küche
Gruusig: die vielen toten und penetrant stinkenden Tiere am Strassenrand
Akustisch: die ohrenbetäubende Disco-Beschallung in manchen Läden


Qusadillas     = langweiliger Käse in einem Teigfladen (meist etwas warm)
Sincronisadas    = langweiliger Käse, zusammen mit Schinken in einem Teigfladen

9 Kommentare:

  1. (I put my answer here too.)

    Hello my swiss army knifes!

    So cool and nice to hear from you.

    Hahaha!
    I didn´t take bus.
    Bus is just for sissy boys, hahaha!

    My plan was to bike fast as possible through these countries because of several reasons like safety and not so much to see.

    Are you taking the bus to Costa Rica? When is your plan to be in Costa Rica?

    My plan is to be latest in Panama around 15th december and then make a new decision to continue in South America. I am still motivated, but lost little bit of it, the last days. Probably because I am so tired and hungry right now.

    Keep in touch!
    Enjoy your vacations.

    Greet so much to Juere!

    Hasta luego!

    -kim

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  2. Hoi Jürg, hoi Stefan
    seit Wochen verfolge ich Euren Trip, freue mich mit Euch, leide mit Euch (vermutlich nicht so stark wie Ihr, grins).
    Tolle Repotage, tolle Bilder....
    Wünsche Euch weiterhin viel Spass, Kraft und und...
    Liebe Grüsse, Peter

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  3. Hoi Stefan, hoi Jürg

    Endlich komme ich mal wieder kurz dazu, euch zu schreiben. Den Blog lese ich regelmässig und freue mich jeweils riesig, über einen neuen Beitrag und die tollen Bilder. Ich finde den Blog übrigens sehr unterhaltsam und spannend geschrieben und lese ihn wirklich sehr gerne. In Mexiko wart ihr ja ewig, kommt es mir vor. Aber so wie es tönt war es im Grossen und Ganzen eine wirklich tolle Zeit in diesem Land, die Bilder finde ich auf jeden Fall beeindruckend und wirklich gelungen.

    "Le Petit" hält uns übrigens ganz schön auf Trab, so dass alles etwas länger Zeit braucht. Danke vielmals für die Schügelinigä Stefan, die sind ja super herzig. Anatole wird sicher grosse Freude daran haben (und ich auch!). Ich wünsche euch eine gute Reise nach Belize und dort schöne Tage (oder Wochen?).
    Liebe Grüsse und bis bald, Nani & Co.

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  4. Hallo Ihr 2,

    und schon wieder seid Ihr uns voraus ... Freuen uns auch schon auf Belize, verweilen aber - wie wir schon schrieben - noch 2-3 Wochen in Mexiko. Morgen geht es nach Palenque.

    Liebe Gruesse aus San Cristobal de las Casas, Rebecca und Fred

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  5. gebt mal ein wenig Gas und nehmt euch ein Beispiel an Kim! Wir warten in Nicaragua auf euch... ;-)
    Geniesst Belize!

    Liebe Grüsse die Büsslis

    PS: wo finden wir eure email-adresse?

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  6. Hallo Stefan
    Hallo Jürg

    Herbstliche Grüsse aus der kälter werdenden Schweiz. Also hier gibt es keine Probleme mit dem Essen .... Ja, als Vegetarier muss man in Eurer Gegend anscheinend so so seine Konzessionen machen. Sieht das in Belize nun etwas anders aus? Verhungert mir nicht!!

    Herzliche Grüsse
    Jürgen

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  7. Hoi Stefan und Jürg

    Viel Spass bei der der weiteren Reise. Der andere Weltenbummler Jacky kommt nach 11 Monaten NZ AUS Indonesien Singapur Thailand wieder nach Hause. Geniesst eure Freiheit

    Grüessli Martin

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  8. Hoi Stefan Hoi Jürg

    Geniesst eure nächsten Tage und Wochen, ich freue mich auf den kommenden Winter, endlîch nicht mehr so heiss wie im Büro (gäll Stefan)

    Grüessli Martin

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  9. Liebe zwei Unbekannte, ich freue mich, eure erste Bloggerin aus Kolumbien zu sein :-) Ich habe eure Berichte aus Mexiko mit Vergnügen gelesen und musste mehrmals schmunzeln! Ich bin auch Vegetarierin und kenne die Herausforderungen, die einem auf dem Teller gestellt werden. Kolumbien wird nicht einfacher: Reis und Kartoffeln, Kartoffeln und Reis. Und als Vegivariante empfehlen sie dir Poulet oder Fisch und natürlich Eier bis zum Umfallen. Aber Käsearepas gibt es auch hier überall und Gemüse auf dem Markt ebenso. Hingegen habe ich gestaunt über die netten Autofahrer in Mexiko, da könnten die Kolumbianer wohl noch einiges lernen. Nicht im Hupen (was hier soviel heisst "geh auf die Seite") sondern im Rücksichtnehmen. Aber landschaftlich gibt es hier nichts vom Gleichen. Unheimlich abwechslungsreich und manchmal unheimlich steil :-) Aber hardcore-Velofahrer brauchen das ja hin und wieder. Oder? Jedenfalls gute Weiterfahrt, werde mich bestimmt auf diesem Wege wieder mal melden! Mucha suerte y que descansen en Belize! Abrazo desde Bogotá, Sibylle

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