Mittwoch, 26. Januar 2011

9101 Km

Nach 9101 Km, rund 72'000 Höhenmeter und gut 480 Stunden im Sattel endet hier in Cartagena (Kolumbien) unsere Reise, die vor knapp 7 Monaten in Vancouver (Kanada) begonnen hatte.
Durch 10 Länder und die verschiedensten Landschaften gefahren, mal flach, mal steil und oft mit Gegenwind aber noch viel mehr war es heiss und trocken, haben wir viele neue Menschen und deren Kulturen kennen gelernt.

Obwohl ursprünglich bis nach Santiago de Chile geplant, bin ich hier und jetzt sehr froh, wieder in die Schweiz zurück kehren zu können. Die Reise hat mir in mancher Hinsicht die Augen (wieder oder besser gesagt noch mehr) geöffnet.
Eine zeitlang habe ich mir ernsthaft überlegt, ob ich die Reise ohne Jürg weiterführen soll (ja, ja, der Mensch und seine Emotionen!) bin dann aber wegen diversen Gründen/ Überlegungen und nicht zuletzt als ich erfahren habe das unsere angetroffenen Schweizer Radler (Anina und Claudio) in Nicaragua überfallen worden sind zum ursprünglich gefassten Entscheid zurück gekommen, dass man dann aufhören soll, wenn’s am schönsten ist.

So geht es nun in 2 Tagen zurück in die Schweiz. Mal sehen wie das wird wenn ich nach über 200 Tagen Sonne und im Schnitt sicher um die 26 Grad warm (wir hatten nur 7 Tage Regen) in den Winter heimkehre.

Auf jeden Fall habe ich dann sicher genug Zeit um die (zu) vielen Eindrücke zu verarbeiten, die sich im letzten halben Jahr aufgestaut haben, uff!

An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen allen zu danken, die den Blog kommentiert haben, es war für mich (und ein klein wenig auch für den bescheidenen/ verschrobenen Jürg) immer ein Aufsteller was von euch zu lesen und hat motiviert, weiter zu berichten. Merci!

Danke sagen möchte ich auch meinem Reisepartner Jürg, er lief wie ein Maschinchen und schnurrte die meiste Zeit, auch wenn ich (dann und wann) am ausrufen war. Er war die Konstanz (vielleicht zu konstant) auf dieser Reise. Aber klar, knapp 7 Monate mehr oder weniger 24 (!) Stunden zusammen sein, da entstehen Reibereien,
so was machen uns nicht mal die diamantenen Hochzeitspärchen so schnell nach ;-) Gracias natürlich auch für die tollen und etwas anderen Blogbeiträge!

Ein erste Quintessenz kann ich jetzt schon aus dieser Reise ziehen: Wer das goldene Los gezogen hat und in der Schweiz aufwachsen und leben darf der sollte sich immer und immer wieder bewusst werden das es wohl keinen Ort auf der Welt gibt in dem die persönlichen Möglichkeiten (Freiheiten) grösser sind sofern sie (wieder) „gesehen“ und viel wichtiger auch genutzt bzw. gepackt werden. Das schreibe ich jetzt hier so hin, wohl im Wissen das viele jetzt gleich aufschreien werden und an die vielen Regulierungen und Kleinräumigkeit der Schweiz denken. (Wer mehr wissen will was ich meine darf sich gerne melden)

Ich kann Jedem das Reisen auf diese direkte Art mit dem Velo nur empfehlen, es müssen ja nicht gleich 6 ½ Monate und diese Länder sein. Es gibt wohl keine Alternative, bei der man so unmittelbar mit Land und Leute in Kontakt kommt. Als Backpacker reist man mit dem Bus von Stadt zu Stadt bzw. Hostel zu Hostel, mit dem Töff geht alles etwas schneller (hät’ ich mir oft gewünscht) und mit der Dose (Auto) ist man sowieso von der Hälfte des Geschehens abgeschirmt.

Wer übrigens noch mehr wissen will z.B. zur Route, zu den besten Velos die es gibt (hatten beide zusammen übrigens nur einen Defekt!)  kann mir gerne eine Email schreiben: stefan.nold(aet) gmx.ch Es kann gut sein das ich mir mit dem Antworten etwas Zeit lasse also habt etwas Geduld, danke!

So ich glaube das wäre vorläufig alles gewesen was ich noch los werden wollte. Sonst gibt’s dann halt noch einen Eintrag mehr.

Übrigens hat es im Album Nica-Costa-Pana noch neue Bilder gegeben, das Album Kolumbien wurde auch neu angelegt und enthält vor allem Bilder von Cartagena, in "unterwegs angetroffen" ist auch noch das eine oder andere Bild dazu gekommen.

So, dann schliesse ich hier mal den Vorhang, beste Grüsse und hasta luego,

Stefanino

Samstag, 22. Januar 2011

Das grosse Geld

Auf dem Rückweg ins Motel dann, winkt mir (ausgerechnet mir, was für ein Glück!) das grosse Geld. Ein gut angezogener, junger Mann kommt auf mich zu. Hola Amigo. Wow, ich habe einen Freund!
Hola. You speak english?
Jetzt geht’s auf Englisch weiter.
Jawohl, ein Bisschen.
Von wo kommst Du?
Aus der Schweiz.
Aha, Zürich, Basel, Genf.
Jawohl, Zürich.
Hey, wie lange bist Du in Cartagena?
Noch eine Woche, aber danke, ich brauche nichts.
Hey, ich habe gutes Kokain.
Danke nein, an Drogen bin ich wirklich nicht interessiert, buen Dia.
Hey, ich habe auch Marihuana.
Eben, wie schon gesagt, kein Interesse an Drogen.
Oder Pillen?
Nein, auch keine Pillen.
Hey, aber du kannst ein Kilo in die Schweiz bringen, das bringt sehr viel Geld.
Danke, nein, kein Interesse.
Aber, hey, das bringt sehr, sehr viel Geld.
Ja, danke, ich weiss, habe aber trotzdem kein Interesse.
Aber hey, Geld ist doch gut.
Ich drehe mich um, denn er läuft mir seit dem „Hola Amigo“ schon seit 100 Metern hinterher und macht sein Angebot total unverfroren, denn in diesen 100 Metern sind wir schon an zwei Polizisten (die hier an jeder Ecke stehen) vorbei gegangen.
Ich schaue ihn wütend an und sage ihm nochmals, ich hätte absolut kein Interesse an Drogen, weder für mich, noch um es in die Schweiz zu nehmen.
Warum nicht. Hey, amigo
Irgendwann gibt er es dann doch noch auf.

Irgendwie schon krass, diese Verhältnisse. Gelingt einem armen Schlucker der Schmuggel eines Kilogramms Kokain in die USA oder nach Europa, hat er auf einen Schlag soviel Geld, wie der Herr mit dem Taubenfutter in 20 Jahren verdient, wenn er Tag für Tag in jedem Wetter und jeweils während 8 Stunden am Tag im Park Maiskörner verkauft.
Absolut verständlich, dass sich immer genügend Leute finden werden, welche die Gefahr angesichts eines solchen Ausblicks ausblenden oder auch einfach auf sich nehmen und es versuchen.
Und wer könnte es ihnen wirklich übel nehmen?
Da ist doch ein Fehler im System.

Wovon leben die Leute bloss?

Cartagena, Ankunft am 11. und Abflugdatum am 27. Da habe ich mal so richtig Zeit zum Nichtstun. Nichtstun heisst in diesem Fall, sich die Stadt bis in den hintersten Winkel anschauen, Bücher lesen und Menschen beobachten.
Da setze ich mich mit einem Buch in einen der Pärke und neben dem Lesen, beobachte ich das Geschehen rundherum.
Unvorstellbar viele Leute, versuchen sich mit dem Verkauf von Kleinigkeiten über Wasser zu halten. Überall wimmelt es von Leuten, die einen Bauchladen mit sich herum schleppen, ein abenteuerliches, aus Abfall zusammen gebasteltes Wägelchen vor sich her stossen oder einfach auf einen Block Styropor einige Brillen gesteckt haben.
Jeden Morgen werde ich frühzeitig von einem Fischhändler geweckt, der wenn es noch dunkel ist, zügig durch die Gassen schreitet, über der Schulter eine Stange und an den beiden Enden je einen Eimer aufgehängt. Sein schriller Pfiff ist schon von weitem zu hören. Abwechselnd pfeift er und schreit „pescas, pescas“. Fische verkauft er, oder er versucht es zumindest, denn immer wieder kreuzt er später auch am Tag meinen Weg. In den zwei Wochen, in welchen ich jetzt hier in Cartagena bin, habe ich ihn jeden Morgen vorbei ziehen gehört und ihn auch unterwegs einige Dutzende Male gesehen. Kein einziges Mal sah ich ihn auch nur einen einzigen Fisch verkaufen.
Überall wimmelt es von Leuten, die irgend Etwas anbieten, sei es Sonnenbrillen, Kaugummis, Feuerzeuge, Luftballone alle möglichen Esswaren, Getränke usw. usw.
Im Parque de Bolivar sind teilweise mehr Menschen, die versuchen Etwas zu verkaufen, als potenzielle Käufer.
Da hat es dutzende, die Wasser in kleinen Plastikbeutelchen anbieten und dies zu 200 Peso das Stück. Das sind gerade mal 10 Rappen. Andere versuchen ihr Glück mit selbstgemachtem Eis, Kafee, Tee, Keksen, Schmuck, Hüten, oder geschnitzten Schöpfkellen.
Die meisten sind andauernd in Bewegung und rennen hin und her, quer durch die ganze Stadt und kommen vielleicht zwei Stunden später am selben Ort wieder vorbei. Nur ganz selten sieht man auch, dass der Eine oder Andere auch tatsächlich Etwas verkaufen kann.
Ein Herr ist immer hier, er verkauft Maiskörner als Vogelfutter. Da die Vögel vor allem im Parque sind, ist er als einziger immer hier. Weil ich stundenlang im Park sitze und in meinem Buch lese, kann ich ihn sehr gut beobachten.  Auch sitzt er immer auf der selben Bank und weil ich mich gleich daneben installiert habe, verpasse ich Nichts.
Die Maiskörner hat er in kleine Säckchen abgepackt und diese verkauft er für 500 Peso das Stück (also 25 Rappen).
Die erste Stunde, als ich dort sitze, frage ich mich, was er denn überhaupt mit diesen Maiskörnern will, denn das Bündelchen Körner liegt einfach neben ihm auf der Bank. Es passier erst mal gar nichts. Erst als ein kleiner Junge, vielleicht 7 oder 8 Jahre alt kommt und ein solches Beutelchen einfach an sich nimmt, geht es los.
Ich nehme an, dass der ältere Herr sein Grossvater oder sonst ein Verwandter ist, denn die beiden scheinen sich auf alle Fälle zu kennen.
Dann geht der Bub einige Schritte weg, öffnet das Säckchen und füttert damit die Tauben.
Der Alte zeigt zum ersten Mal eine Regung, indem er wie von einer Biene gestochen aufspringt, den Kleinen ohrfeigt, ihm die verbleibenden Körner weg nimmt und sagt, diese seien für die Touristen.
Der Kleine entfernt sich mürrisch, hat aber so etwas wie eine Initialzündung geleistet. Die Leute rundum sahen, wie viele Tauben sich auf die paar Körner gestürzt haben und so kann der Herr plötzlich ein halbes Dutzend der Säckchen verkaufen.
Dann geht wieder lange nichts mehr und ich frage mich, warum der Herr denn nicht schnallt, dass er einen viel grösseren Erfolg hätte, wenn er mit seinem Enkel zusammenspannen würde.
Anstatt ihn zu schlagen und zu tadeln, könnte er ihn doch anstellen, um die Tauben zu füttern und somit den Leuten zu zeigen, dass die Viecher sogar auf den ausgestreckten Armen landen und die Körner aus der Hand fressen. Der Kleine hätte seinen Spass und der Alte sein Geschäft. Aber so komplizierte Zusammenhänge scheint hier kaum einer zu begreifen.
Schliesslich bin ich geschlagene 4 Stunden auf diesem Platz und in diesen 4 Stunden hat der alte Herr, wenn ich richtig mitgezählt habe 14 solcher Säckchen verkaufen können.
Macht also 7000 Peso. Das sind 3 Franken 50. Jesses, da frage ich mich ernsthaft, wovon lebt dieser Mann? Wie um Himmels Willen kommt er zu genügend Geld für Essen, Miete und Leben?
Desgleichen all die andern Händler, die wie vom Teufel verfolgt irgendwelche Karren vor sich her schieben und versuchen ein Getränk für 2000 Pesos zu verkaufen, welches sie (und das habe ich beobachtet!) im Supermarkt für 1800 Peso einkaufen. So selten haben sie Erfolg und wenn sie dann mal eine Kola oder einen Eistee verkaufen können, dann haben sie 10 Rappen verdient. Es bleibt mir ein echtes Rätsel, wie diese Leute sich über Wasser halten können.
Eigentlich erstaunlich, dass nicht viel mehr kriminell werden. Auf ehrliche Art und Weise spult man auf diese Art ja täglich x Kilometer ab, kann sich kaum die Schuhe leisten, die man dabei zerläuft und muss zu alledem noch verhungern.

Freitag, 21. Januar 2011

Überfahrt Panama / Cartagena

Na, das war ja vielleicht wieder mal ein Abenteuer, diese Überfahrt mit dem kleinen Nussschalenbötchen, ojeeee.
Aber beginnen wir doch von vorn.
Von Panama aus kann man Kolumbien ja nicht auf dem Landweg erreichen. Das heisst, rein theoretisch könnte man, aber dazu müsste man total lebensmüde sein und eine grosse Menge Geld für Schlepper zur Verfügung haben. Genau in diesem Grenzgebiet nämlich, haben sich die letzten Reste der Farc-Rebellen (das sind diejenigen, welche immer mal wieder Touristen und Politiker entführen) zurückgezogen.
Also bleiben nur zwei einigermassen überlebbare Möglichkeiten. Die eine ist per Flugzeug, die andere per Boot.
Wir entschieden uns für’s Boot, weil wir uns noch gerne die San Blas Inseln anschauen wollten. Und dies nicht von oben.

Nun, einen regelmässigen Fährbetrieb gibt es nicht. Überhaupt gibt es keine Fähre, auch keine unregelmässige. Wenn man also von Panama nach Kolumbien will (oder umgekehrt), dann wendet man sich an die privaten Segler, die auf dieser Strecke gelegentlich oder teils auch gewerbemässig Touristen mitnehmen.
Wir suchten also im Internet nach Möglichkeiten und gelangten so an ein Hostel, das Hostel Wunderbar, in der Nähe von Portobello, welches solche Überfahrten organisiert bzw. vermittelt.
Das Hostel Wunderbar wird, wie es der Name irgendwie nahelegt von einem deutsch sprechenden Pärchen geführt. Die Silvia und der Guido haben hier eine kleine, sehr einfache Unterkunft für Backpackers aufgebaut. Einfach bedeutet, dass die WC’s und Duschen gerade mal aus einigen Schilfrohrwändchen bestehen und dass man, wenn man das Pissoir benutzen will, die Luft solange anhalten muss, weil es dort dermassen stinkt, dass es keinen Sinn macht zu atmen, weil es einem beim ersten Atemzug eh die Luft verschlüge.
Wie die auf den Namen „Hostel Wunderbar“ gekommen sind, bleibt uns schleierhaft. Ja nu, dort warteten wir also auf unser Schiff, die Iliki.
Am 5. Januar hiess es, sollte es losgehen. Wir waren schon zwei Tage vorher da und staunten, dass da bereits Leute waren, die davon ausgingen, dass die Iliki schon am 3. starten würde. Nun, uns sollte es egal sein, wir waren bereit.
Die Iliki allerdings noch nicht und so blieben wir also doch bis zum Fünften. Am Vorabend kam unser Kapitän vorbei, um uns zu informieren, wie die Fahrt verlaufen würde. Der Kapitän hiess Koni und war ebenfalls Deutscher.
Viel gab’s nicht zu instruieren. Wir mussten das Gepäck in Handgepäck und Unterbord-Gepäck trennen. Das Unterbord-Gepäck würde dann während der Fahrt irgendwo zuunterst im Rumpf unzugänglich verstaut. Gefahren würde vorwiegend in der Nacht. In der ersten Nacht sollte es zu einer kleinen San Blas Insel gehen, wo wir dann vor Anker gehen wollten, um den Tag mit Schnorcheln, Schwimmen und Sonnenbaden zu verbringen. Dann würden wir dort übernachten und am nächsten Tag zu den Cocobandera- Inseln übersetzen. Dort dann dasselbe nochmals, bevor es dann schliesslich auf die lange Reise nach Kolumbien gehen sollte. Eine Reise, die voraussichtlich zwei Tage und zwei Nächte dauern sollte.
Als wir dann am Abend des 5. zusammen mit unseren Mitreisenden und unseren beiden Fahrrädern zum Schiff übersetzten, staunten wir nicht schlecht. 8 Passagiere, ein Kapitän und zwei Fahrräder sollten auf diesem winzigen Bötchen Platz finden? Wie bloss? Ein Blick in die enge Kabine konnte diese Frage nicht beantworten, doch der Kapitän hatte die Lösung bereit. Diese hiess: Ein Bett, zwei Passagiere und vorne im Bug ein, etwas grössres Bett und drei Passagiere. Aha, super. Aber was machten wir uns da noch Sorgen über zu wenig Platz in den Betten? Unsere Bedenken stellten sich sehr schnell als vollkommen überflüssig heraus, denn ein Bett benötigt ja, wer schlafen will bzw. kann. Doch genau das konnte man ja eh absolut vergessen. Kaum waren wir nämlich aus dem Hafen ausgelaufen, begann ein solch krasses Schaukeln, dass nicht Schlafen, sondern Festklammern angesagt war. Wäre jemand, auch nur für ganz kurz, eingeschlafen, er oder sie wäre unweigerlich innerhalb von Sekunden auf dem Boden, zwischen all den herunter geschleuderten Sachen gelandet.
Abgesehen davon, stank es im Innern des Schiffs dermassen nach ausgelaufenem Diesel und Abgasen, dass es einem weniger vom Schaukeln, als vielmehr vom Gestank übel wurde. Und dann war da noch, mittendrin der Dieselmotor, welcher einen ohrenbetäubenden Lärm machte. Jesses und wie wenn das nicht schon mehr als genug gewesen wäre war in dem elenden Schiff auch noch eine feuchte Hitze von weit über 30 Grad.
Ojee, und das Schiffchen war gerade mal 10 Meter lang und die Wellen 5 Meter hoch. Man stelle sich vor, wie es einem da herum wirft. Nach und nach entdeckten wir zudem (teils wirklich ernsthafte) Mängel. Keine Luke würde sich im Notfall schliessen lassen, denn bei allen waren die Schrauben, teils auf einer, teils sogar auf beiden Seiten abgebrochen. Über einen funktionierenden Funk verfügte das Schiffchen nicht und auch ein Autopilot fehlte. Bei der mitgeführten Rettungsinsel war zufälligerweise grad die Zahl, welche die Anzahl Plätze angeben sollte weggekratzt und die gesamte Navigation lief über einen normalen PC mit USB Stick. Nix da mit Sattelitenverbindung, nix da mit Notruf, wenn mal was schief gehen sollte. Nicht-Atheisten hätten jetzt wohl vorsorglich mal zu beten begonnen.
Atheisten bleibt in solchen Situationen nur das Fluchen. Nutzen dürfte beides in etwa gleich viel, bzw. wenig, bzw. nichts.
Ui, waren wir froh, als wir am Morgen in die Lagune der San Blas Inseln einfuhren. Und noch mehr, als froh, waren wir müde. Nicht gerade aufbauend wirkte der Masten eines anderen Bootes, welcher aus dem Meer ragte und an welchem wir ganz nahe vorbei fuhren.
Auf meine Frage, was das denn sei, meinte unser Kapitän lakonisch, das sei ein anderes Backpacker-Boot, welches vor etwa 5 Wochen hier gesunken sei. Es wäre sehr stürmisch gewesen an diesem Tag und da sei das Schiff aufs Riff aufgelaufen und innerhalb kürzester Zeit gesunken. Die Passagiere, kam er unserer unweigerlich nächsten Frage zuvor, hätten sich aber alle mit dem Dingi (dem kleinen Schlauchboot, welches jedes Schiff mit sich führt) auf die benachbarte Insel retten können.
Ja, ja, so schnell kann’s manchmal gehen.
Wir ankerten in Sichtweite dieses Unfalls und als es hiess, wir könnten von hier aus Schnorcheln gehen, verschwanden wir natürlich in Richtung des Fracks.
Den Unfall konnte man ganz genau nachvollziehen, denn unter Wasser hatte das Schiff eine ziemliche Schneise in das Korallenriff gezogen und diese Schneise war übersäht mit verschiedenen Gegenständen, mit Gabeln, Löffeln, einer Funkanlage, Benzinpumpen, Seilen, Hacken und allerlei Gerümpel, welcher aus dem grossen Riss im Rumpf gefallen sein musste, als das Schiff im Sturm über das Riff schrabbte. Auch das Schiff selber lag in vielleicht etwa 7 bis 10 Metern Tiefe und durch die Bullaugen konnte man noch die Rucksäcke und Taschen der bemitleidenswerten Passagiere sehen. Wenn wir nicht gewusst hätten, dass eine Woche später eine Bergungsaktion geplant war, wir hätten das Frack prompt geplündert.
Zurück beim Schiff, beschlossen wir, die Nacht nicht nochmals in einem schaukelnden und übelriechenden Schiff zu verbringen. Gut hatten wir beide daran gedacht, unsere Hängematten ins Handgepäck zu nehmen, so konnten wir auf der winzigen Insel, auf welcher grade mal zwei Kuna - Familien lebten übernachten. Im Gegensatz zu unseren Mitreisenden hatten wir sogar eine improvisierte Dusche.
Man stelle sich vor, auf dem Schiff gab es keine Dusche, nur gerade mal eine winzige Toilette. Da kam man also aus dem salzigen Meerwasser und wenn man sich hätte duschen wollen, hätte man dazu eine Flasche mit Trinkwasser verwenden müssen.
Na ja, das Trinkwasser war auch so ein Kapitel, aber lassen wir das aus. Auf der Insel hatte es doch tatsächlich ein kleines Wasserloch mit Süsswasser. Aus diesem schöpften wir einige Eimer Wasser und konnten uns so geduscht in die Hängematte legen.
Auch die anderen Passagiere hatten Etwas von unserem Inselausflug, denn so hatten sie doch zumindest ein zusätzliches Bett zur Verfügung.
Jesses, fast hätte ich das Thema Essen vergessen.
Ach was, vergessen wir’s getrost.
Unser Kapitän war in seinem früheren Leben mal Koch.
Da war nicht mehr viel davon übrig.
Was heisst nicht mehr viel? Nichts. Absolut nichts!
An einem Abend gab’s beispielsweise Bimbo-Brot (das ist das Toastbrot, welches man ein Jahr lang aufbewahren kann, ohne dass es schlecht wird. Es kann gar nie schlecht werden, weil es schon miserabel ist, wenn es verpackt wird. Dazu nackte Würstchen und Ketchup. Die vegetarische Variante war dann einfach ohne Würstchen. Jürg machte einfach eine Fünftagediät, denn auf den Inseln gab’s das Eine mal Fisch und das andere Mal Lobster (das sind Krebse). Nun wussten wir auch, was Silvia meinte, als sie in einem Mail schrieb, dass ich auch als Vegetarier nicht verhungern würde. Logisch, 5 Tage reichen zum Verhungern nicht!
Am Nachmittag des nächsten Tages machten wir dann wieder Leinen los und zogen den Anker an Bord.
Weiter ging’s, nach Cocobandero. In der Nacht dasselbe. Schaukeln, dass es die Kochtöpfe (natürlich alle, auch die Vollen) vom Herd fegte. Jesses, ist das nach solch einem Geschaukel ein Segen, wieder in ein Riff einlaufen zu können. Wunderschöne Inseln, mit weissem, ungemein feinem Sand und Kokospalmen warteten auf uns. Auch hier schnorchelten wir und schwammen von Insel, zu Insel. Jürg holte einige Kokosnüsse von den Palmen.
Am Abend war geselliges Beisammensein mit Bier und Lobster angesagt. Jürg zog sich sogleich in seine Hängematte zurück, da er nicht mit ansehen wollte, wie die armen Viecher lebendig auf die Glut gelegt werden. Ist ja auch ziemlich pervers, dieselben Leute, welche beim Schnorcheln ganz aus dem Häuschen geraten, wenn sie ein solch schönes Tier sehen, legen ohne Bedenken 8 dieser armen Viecher ins Feuer, um am Schluss einige Gramm davon zu essen (der Rest wird zurück ins Meer geworfen). Am nächsten Tag war ein letztes Mal Baden angesagt, dann gings’s gegen Abend weiter. Kaum an der engen Passage, zwischen den Korallen vorbei, stieg doch tatsächlich unser Schiffsmotor aus. Ein denkbar dummer Ort. Draussen auf dem offenen Meer wäre es weit unproblematischer, als ausgerechnet hier, so nahe am Riff. Wir haben nur mal gerade einige Dutzend Meter Abstand und müssen hier dringend weg. Das lässt einem natürlich gleich an das gesunkene Boot vom Vortag denken. Glücklicherweise lief genau zur selben Zeit ein anderes Boot aus und wir konnten uns erst mal anhängen. Hagen (das war der Kapitän des anderen Schiffes) schleppte uns also auf’s offene Meer, derweil unser Kapitän, mit Schraubenschlüsseln und Zangen im Motorraum verschwand. Eine Dieselleitung schien verstopft. Kunststück, bei dem Geschaukel wirbelt es ja jeden Dreck im Tank auf. Nach einer bangen Zeit versuchte er den Motor wieder zu starten, was nach einigen Fehlversuchen zum Glück dann doch noch gelang. Wir können die Leinen also wieder los machen und in Richtung Cartagena tuckern.
Tuckern ist der richtige Ausdruck, denn wir haben den Wind präzise gegen uns, so dass die Segel zu nicht viel Nütze sind und wir vor allem per Motor vorwärts kommen müssen. Und das bedeutet, mit sagenhaften 8 Kilometern pro Stunde.
Cartagena ist über 200 Kilometer entfernt! Man rechne. Oder doch besser nicht. Festhalten ist angesagt. Jürg liegt auf dem Bett und irgendwann gibt er auf, neben sich auch noch die Matratze halten zu wollen. Diese rutscht langsam unter ihm weg und plumst wie schon alles Andere irgendwann auf den Boden.
Der Ungarin ist schlecht, sie hat schon kurz nach der Abfahrt alles (wohl auch den armen Lobster) wieder über Bord gegeben. Irgendwann wankt sie durch’s Schiff, schlägt sich hier den Kopf, dort den Arm und an einem anderen Ort das Bein an. Unter grösster Kraftanstrengung versucht sie die Türe zur Toilette zu öffnen, als sich das Schiff unvermittelt auf die andere Seite legt. Jetzt schlägt ihr die Türe, die sie eben noch aufzustemmen versuchte hart an den Kopf und sie fällt nach hinten an ein Gestell. Schluchzend steht sie wieder auf und plumpst schliesslich ins Klo. Kaum ist sie drinnen wirft sich das Schiff erneut sehr energisch herum und Jürg hört den dumpfen Aufschlag Ihres Kopfes an der Toilettentüre.
Die ärmste konnte ihr Geschäft in dieser Zeit unmöglich erledigt haben, da stösst sie die Türe wieder auf und geht, von einem Heulkrampf geschüttelt wieder in ihr Bett, dass sie mit ihrem Mann und mit ihrem Sohn teilen muss. Noch Minuten lang ist ihr hysterisches Schluchzen trotz des lauten Motors und der ans Schiff brandenden Wellen deutlich zu hören. Jürg fragt sich, ob sie jetzt ihr Geschäft vergessen hat, oder ob sie nun einfach ins Bett macht.
So verbringen wir also eine erste Nacht, gänzlich ohne Schlaf, Jürg in der lauten, heissen und stinkenden Kajüte und Stefan auf Deck. Weil wir ja nur einen Kapitän und keinen Autopiloten haben, müssen auch die „Kunden“ ran und so übernimmt mal der eine oder der Andere die Arbeit am Ruder. Zufälligerweise haben wir auch noch zwei ausgebildete Kapitäne an Bord. Die Ungarin, die gerade mit einem Heulkrampf in der Kajüte liegt und auch ihr Mann haben das Patent. Aber auch der Stefan ohne jede Segelerfahrung wird einfach mal hinters Ruder gestellt.
Ganze zwei Tage und zwei Nächte geht das schliesslich so. Ein ganzer Teil der Besatzung, darunter auch die ungarische Familie und Jürg bleiben einfach unter Deck und sind vollauf damit beschäftigt, sich fest zu klammern. Zwischendurch steigt mal wieder der Motor für eine zeitlang aus und muss repariert werden oder es reisst der Keilriemen der Lichtmaschine. Dann geht lange Zeit nichts mehr und wir sind noch mehr ein Spielball der Wellen.
Am Morgen des zweiten Tages dann wird das Meer, in Küstennähe endlich friedlicher und alle kraxeln wieder an Deck. Ein erhebendes Gefühl, in der Ferne die Grosstadt Cartagena nahen zu sehen.
Endlich können wir dort wieder an Land. Alec, der Ungar mit dem Kapitänspatent meint, er wäre froh, dass wir es geschafft hätten, denn eine solche Überfahrt sei schlicht verantwortungslos.
Nach einem solch enormen und mehrtägigen Geschaukel ist es echt schwierig, sich ans Nichtschaukeln zu gewöhnen und immer wieder glaubt man, es schaukle auch an Land weiter.
Im Supermarkt schaukeln die Gestelle, im Park die Bäume und im Hostel das Bett.
Es dauert ganze zwei Tage, eh man wieder richtig Tritt fasst.






Von Costa Rica nach Panama

Hallo Zusammen

Nun können (und wollen) wir uns wieder melden. War die letzten paar Wochen schwierig bis unmöglich, da wir sowohl in Panama City als auch in Puerto Lindo nur einen sehr langsamen bzw. keinen Internetzugang hatten. Auf dem Segelschiff rüber nach Kolumbien war natürlich
das www auch nicht verfügbar und in Cartagena haben wir uns zuerst ein paar Ruhetage gegönnt.
Aber erst mal der Reihe nach, der letzte Eintrag liegt ja schon 4 Wochen zurück.


Nachdem wir von Elena und Hans in San Jose abgefahren waren ging es zuerst Richtung Pazifikküste runter, San Isidro de Heredia (wo Hans und Elena wohnen)
liegt doch auf knapp 1500 MüM. Über einen unspektakulären Ort Namens Corotina gelangten wir an die Küste. Diese Küste war ziemlich touristisch und wir sahen
viele "Lots for sale" und "stunning views condominios" die halb fertiggebaut bereits wieder am verfallen waren. Hier hat die Finanzkrise offenbar auch Spuren
(der Amerikaner) hinterlassen.

Nun denn, in Dominical (kleines Surferkaff) liessen wir uns in einem netten Hotel nieder welches von einem Holländer und seiner Tica Frau geführt wird.
Es gefiel uns dort so gut, dass wir gleich 3 Tage bleiben, auch um auch einem allfälligen Engpass von Hotelzimmern über Weihnachten zu entkommen.
Das dazugehörende Restaurant tat sein Übriges das wir uns rundum wohl fühlten.

Später gings weiter Richtung Panama und waren gespannt ob wir Anina und Claudio antreffen würden. Die Beiden (auch aus der Schweiz) waren eben in Panama
zu ihrer Velotour gestartet. In Palmar Norte, einer der unzähligen, gesichtslosen und nicht besonders schönen Orte die wir immer wieder auf unserer Reise
hatten trafen wir die beiden an. Wir machten uns zusammen einen gemütlichen Abend vor unserem Motelzimmer und deckten die Beiden mit vielen Informationen
ein die wir im Verlaufe unserer Reise gesammelt hatten. Es war spannend Leute zu treffen die eben am Anfang ihrer Reise standen und wir, die praktisch am
(revidierten) Ziel der Reise angekommen waren. Für uns war es auch eine Art Rückblick, waren wir doch schon 5 Monate unterwegs und hatten gut 8500 km in den Beinen.
Am nächsten Tag gings weiter nach Ciudad Neily, unserem letzten Ort in Costa Rica bevor wir nach Panama einreisten.

In Costa Rica hat es mir soweit gut gefalllen, allerdings wird das Land von Touristen ziemlich überflutet, vorallem von den zahlungswilligen Amerikanern!
Wie in den anderen zentralamerikanischen Staaten auch ist hier vieles über Touroperators organisiert, Unternehmungen auf eigene Faust sind nicht angesagt, schade!
Aber klar, die Natur ist in CR schon sehr schön und die vielen Vögel und Krokodile die wir einfach so am "Strassenrand" sahen bleiben uns immer in Erinnerung.

Die Einreise nach Panama erwies sich als die aufwendigste, sowohl in finanzieller als auch in zeitlicher Hinsicht. Costa Rica lies uns einen Stempel reicher im Pass
schnell und rasch ausreisen, auf der panamesischen Seite hatte es eine lange Schlange vor dem Büro der Migracion. Während der Wartezeit füllten wir eines
der in all' diesen Ländern beliebten Formulare aus, weiss der Teufel was die damit später machen, aber egal. Als wir dann am Schalter an der Reihe waren
mussten wir nachweisen, dass wir über genügend Geld verfügten, eine erste Adresse in Panama angeben und ganz wichtig ein Ticket vorweisen welches eine
Ausreise aus Panama beinhaltete. Da half weder das echte von Jürg noch das von mir gefälschte Rückflugticket von Chile! Alles Zureden brachte nichts, wir mussten
schlussendlich ein Busbillet kaufen, dass von Panama City nach San Jose (CR) führte! 15 Dollar für nichts. Am liebsten hätte ich den Grenzbeamten gefragt ob er den
tatsächlich glaube, dass ich in seinem wunderbaren Panama "hängen" bleiben würde als wieder in das Schlaraffenland Schweiz zurück zu kehren. Wenn die wüssten
wie es bei uns ist hätten (zumindest wir Schweizer) sicher keine Ausreiseticket benötigt. Aber egal, schlussendlich waren wir dann doch in Panama und freuten
uns, dass die Panamericana mit einem Schlag plötzlich zweispurig und mit einem breiten Seitenstreifen ausgestattet war. Unser Ziel war David, die zweitgrösste
Stadt von Panama. Von dort wollten wir für die nächsten 400km den Nachtbus nehmen, da wir sonst unser Schiff welches am 6. Januar auslaufen sollte nicht erreichen
bzw. es mit dem Velo einen unnötigen Stress geben würde.
Die Fahrt mit dem Nachtbus war mal wieder alles andere als entspannend, trotzdem das der Bus mit "Dios mi amor" und "Dios mi camino" und sonstigen
Glaubenssprüchen "verziert" war. Weniger Dios und weniger Überholen dafür mehr Menschenverstand wäre sicher besser, aber die Leute glauben nun halt immer noch
sehr stark an diesen komischen Dios der fast alles falsch macht.

In Panama City angekommen suchten wir zuerst ein Hotel, wollten wir doch ca. 4-5 Tage in der Stadt bleiben um auch z.B. den Panamakanal bzw. die Schleusen
anzusehen. Panama City hat grob gesagt 2 Stadtteile, einen neuen mit unglaublich vielen Hochhäusern wo aber nur sehr wenig Leben ist
(besonders über die Weihnachtszeit bzw. Neujahr) und einen alten Stadtteil der zwar zum Teil sehr heruntergekommen ist
(dort sind auch ein paar Quartiere wo man als Tourist nicht hingehen sollte), dafür aber mit umsomehr Leben. Wir fanden im alten Stadtteil ein Hotel
das sehr zentral gelegen war. Später erfuhren wir, dass dieses Hotel 1903 für die leitenden Angestellten der Panamakanal Verwaltung gebaut worden war, die
Raumaufteilung und auch das Interieur (z.B. die Betten) waren immer noch original aus der Zeit.

Das Casco viejo (der alte Stadtteil) ist eben daran, sich wie zu verwandeln. Früher war es das noble und schöne Viertel von Panama City. Mit der Zeit verliessen die wohlhabenden Leute mehr und mehr diesen Stadtteil um sich weiter draussen neue Häuser zu bauen. Dafür kamen einfache Leute in den Stadtteil rein und wohnten fortan dort. Dadurch das praktisch nichts abgerissen worden ist, ist die ganze originale Bausubstanz vorhanden,  wenn auch in einem total heruntergekommenen Zustand.
Der ganze Stadtteil ist mittlerweilen zum UNO Weltkulturerbe erklärt worden. Die Leute interessieren sich wieder für diesen Stadtteil und beginnen, die
Häuser zu renovieren. Das führt dazu, dass neben einem Abbruchhaus aus dem Bäume wachsen ein total renoviertes Haus steht in welchem ein
teures Restaurant untergebracht ist bzw. ein Eselskarren neben einem BMW X5 parkt. Wenn die Entwicklung so weiter geht wird in 10 Jahren das Casco Viejo ein  richtiges Schickimicki Viertel sein und
die jetzigen Bewohner müssen sich ein neues Zuhause suchen.
Ansonsten ist Panama City jedoch einer der dreckigsten Städte die ich je sah, sicher jedoch die dreckigste auf unserer ganzen Veloreise.

Der Besuch des Panamakanals und dessen Schleusen war ganz interessant aber bei weitem nicht so eindrücklich wie ich das erwartet hätte, vielleicht
lag es auch daran, dass der (amerikanische) Lonely Planet einmal mehr mit Superlativen (awesome, awesome, awesome) nicht geizte. Sicher, die Schiffe
sind gross die da in die Schleusen reinfahren und gehoben werden, viel Platz bleibt da links und rechts nicht.
Ich persönlich war aber z.B. vom Kanal von Korinth (Griechenland) bzw. den Kanalüberführungen in Frankreich viel mehr beeindruckt.
Kanalüberführung bedeutet übrigens, dass ich mit dem Kanu auf dem Fluss (der Loire) war und eine Brücke, die über die Loire führte auch ein Wasserweg war.
Komisch wenn man da im Kanu sitzt und auf der Brücke über einem ein Schiff entlang schwimmt bzw. fährt.

Nach 5 Tagen waren wir ganz froh, aus Panama City rausfahren zu können. Zuerst dem Panamakanal entlang gelangten wir in 2 Tagen an die Atlantikküste wo wir
in Puerto Lindo auf unser Segelschiff warteten. Doch dazu mehr in einem sepraten Eintrag.

Natürlich haben wir ganz viele neue Bilder hochgeladen, ihr findet sie im Album Nica-Costa-Pana .