Nachdem Claudio den Flieger zurück in die Schweiz genommen hat, sind Jürg und ich weiter gegen Süden gefahren. L.A. ist aus städtebaulicher Sicht eine Katastrophe. Der Moloch breitet sich extrem auf alle Seiten aus. Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass wir die letzten 2.5 Tage nonstop durch Städte gefahren sind ohne das wir zwischendurch nicht überbautes Gebiet passiert haben. Als Vergleich auf schweizerische Verhältnisse entspricht dies in etwa der Distanz Zürich – Bern. Allein um aus L.A. herauszukommen benötigten wir einen Tag. Dank dem GPS war die Navigation einigermassen einfach.
In Oceanside, kurz vor San Diego holte ich noch 2 Päckchen ab die ich mir aus der Schweiz bzw. Deutschland zusenden lies.
Die zweitletzte Nacht verbrachten wir in einem Aussenbezirk von San Diego in einem Motel.
Die Strecke L.A. – San Diego war nicht besonders attraktiv, halt sehr städtisch mit viel, viel Verkehr. Wir fuhren die ganze Zeit auf den Highways bzw. sogar manchmal auf Freeways (4 und mehr Spuren !).
Am nächsten Tag gings dann aus der Stadt heraus auf’s Land Richtung Tecate. Wir wählten Tecate Übertrittsort nach Mexico, weil wir verschiedentlich gelesen hatten und hörten dass es dort sehr friedlich und auch sicherer als Tijuana sein soll. Mehr dazu im Mexico Teil.
Der letzte Tag in den USA von San Diego nach war sehr anstrengend. Es ging von praktisch 0 Meter über Meer auf gut 800 Meter hinauf. Das Wetter war hervorragend, wir hatten gut 38 Grad im Schatten und Schatten hat es dort keinen! Eigentlich wollten wir auf einen Statepark um zu übernachten, der war jedoch kurzerhand von ca. 200 Feuerwehrleuten in Beschlag genommen worden, weil es in der Nähe einen Waldbrand hatte. Wir fragten wir bei Leuten in der Nachbarschaft nach. Chuck liess uns in seinem Garten übernachten, die ganze Nacht hörten wir Feuerwehrfahrzeuge die sich hier den Wassertank füllen liessen und wieder zum Brandherd zurück fuhren. Chuck züchtet übrigens Christbäume. Da dieser Job nicht „tagesfüllend ist, hat er sich noch eine andere Idee ausgedacht. Mehr dazu aufwww.hwy94.photo.com dort sind Jürg und ich unter Gallery- September - 5. auch zu sehen.
Zusammenfassend kann ich sagen das die USA ein super Reiseland sind. Meistens sehr schöne Zeltplätze mit speziellen „Hike-Biker Sites“, mega Supermärkte (besonders der Safeway) mit einer Auswahl die nicht mehr aufhört.
Ganz unerwartet sind die Amis auch sehr Fahrrad freundlich. Noch nie habe ich so rücksichtsvolle Autofahrer erlebt wie in den USA, selbst im Vergleich zur Schweiz. Da wird dutzende von Metern hinter dem Velo geduldig hinterher gefahren bis sich eine Gelegenheit ergibt wo man sicher und mit extrem viel Distanz überholen kann. In den Städten (so erlebt in S.F und L.A) haben die Velofahrer (und auch die Fussgänger) wie einen „eingebauten“ Vortritt, als Velofahrer selbst bei den Stops. Immer lassen einem die Autos die Vorfahrt.
Die Leute sind sehr offen und neugierig, ich bin immer sehr schnell in den Kontakt gekommen. Mit der Zeit haben die immer gleichen Fragen jedoch etwas genervt. Von wo kommt ihr, wohin fahrt ihr (mit der Zeit habe ich nicht mehr gesagt das wir nach Chile versuchen zu kommen) oft war die Aufregung zu gross, San Diego hingegen löste immer noch Begeisterung aus ohne das die Leute in Ohnmacht fielen.
Die Küste von Port Angeles (Washington) nach Sand Diego (Californien), in den USA „the Pacific Bike Route“ genannt ist sehr populär. Das heisst man trifft jeden Abend sicher um die 2 – 10 BikerInnen) an die auf demselben Weg sind. Die meisten davon fahren jedoch „nur“ bis S.F. oder L.A. Nach L.A. haben wir nur noch ein junges Frauen Duo getroffen die bis nach San Diego gefahren sind. Mir persönlich hat Washington und Orgeon am besten gefallen. Kalifornien war auch toll, dass die Leute oftmals „so cool“ sein wollen gefiel mir weniger gut, ab L.A war es dann auch „sehr urban“.
Nach gut 6 Wochen in den USA freue ich mich sehr auf Mexico und bin gespannt, wie es dort weiter geht. Baja wir kommen!
Ach ja, natürlich habe ich noch ein paar neue Bilder in den USA Ordner eingestellt, hier seht ihr sie.
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