Sonntag, 1. August 2010

USA, Washington und Oregon

So, wir melden uns wieder. Endlich werden ein paar denken, stimmt aber wenn man wie wir immer in den State bzw. Nationalparks übernachtet, haben wir normalerweise keinen Internetzugang, der ergibt sich dann mehr zufälligerweise mal wieder über ein offenes WLAN vor einem Supermarkt oder Cafe.

Hier noch der letzte Teil von Kanada bzw. Vancouver Island. In der Nacht bevor wir endlich von Courtenay nach Süden aufbrechen wollten, begann Claudios Arm zu schmerzen, sodass eine Painkilling Tablette her musste. Susi sagte uns darauf, dass falls der Arm nicht besser würde, ein Spitalaufenthalt in Kanada gratis und in den USA unbezahlbar wäre. Glücklicherweise wurde der Arm ab dritten Tag wieder besser.

Die Küstenstrecke auf der Insel erwies sich als weniger bergig als jene auf dem Festland, sodass wir einigermassen schnell Richtung Victoria vorwärts kamen. Die Insel ist superschön, doch der Highway den wir einen ganzen Tag entlangfahren mussten, war doch etwas staubig und laut (kein Wunder bei so vielen Pickups in der Grösse eines LKWs). Doch sind wir erstaunt, wie nah an dieser Raserstrecke traumhafte Übernachtungsplätze und Badeseen versteckt sind… den schönsten Übernachtungsplatz fanden wir auf einer kleinen Insel (Newcastle Isalnd) gleich bei Nanaimo, welche nur mit einer kleinen Fähre erreicht werden konnten. Hier begegneten wir auch dem ersten Meister Petz… zum Glück war es nur ein kleiner Waschbär, der zuerst das Gepäck einer anderen Reisegruppe zerriss und dann Jürg beim Schlafen beobachtete.
In zwei weiteren Tagesetappen erreichten wir schlussendlich Victoria, die Hauptstadt von Vancouver Island.


Am 23. Juli reisten wir via Fähre von Victoria nach Port Angeles in die USA ein. Vom Schiff kündigte sich das Land in dichtem Nebel an. Nachdem die umfangreichen Grenzformalitäten erledigt waren, machten wir uns Richtung Lake Crescent  im State Washington auf den Weg. Kaum ein paar Meter aufgestiegen war der Nebel weg und wir hatten bestes Wetter (überhaupt hatten wir seit der Abfahrt vor 3 Wochen noch keinen Regen, selbst im vor uns liegenden Forks (irgend so ein Vampir Dorf, bekannt aus Funk und Fernsehen) das als regenreichster Ort der USA gilt hatten wir trockene Verhältnisse).
In Oregon wo wir jetzt sind ist es tagsüber trocken, am morgen aber meistens stark neblig aus dem es manchmal auch einen Nieselregen geben kann. Gegen den Nachmittag klart es oft auf, für wenige Stunden kann auch die Sonne scheinen. Wir wollen uns über das Wetter nicht beklagen, wie oft haben wir in Guides und Blogs von Dauerregen über Wochen gelesen!
Wie schon geschrieben haben wir seit wir in den USA sind praktisch immer in State- oder Nationalparks übernachtet. Einerseits sind die Parks bzw. dessen Campings meistens sehr schön gelegen und grosszügig angelegt, andererseits auch noch sehr günstig was unser Tagesbudget entlastet. Im State Oregon kommt für uns Velofahrer eine weitere Annehmlichkeit dazu: In praktisch allen Stateparks gibt es spezielle „Hiker/ Biker“ Sites die für Velofahrer und Wanderer angelegt wurden. Da ist immer was frei auch wenn „Campground full“ angezeigt wird und man trifft oft auch andere Velofahrer und kann sich austauschen. Für 6$/ Person bekommen wir immer einen schönen Platz und vor allem eine heisse Dusche ?


Tschilli, rilli?

Das ist wohl die meist erlebte Reaktion wenn uns die Leute fragen wo wir hin wollen. Überhaupt ist es enorm mit wie vielen Leuten ich ins Gespräch komme. Nicht übertrieben habe ich im Tag sicher mit ca. 4 Leuten mal ein kurzes oder auch längeres Gespräch. Klar, die Amerikaner sind sehr neugierig und ich doch auch eher kommunikativ aber trotzdem, 3 Wochen unterwegs gleich 80 Kontakte, toll aber auch oft uffff……



Die bösen Nachbarländer……


Schon in Kanada wurden wir von den Amerikanern gewarnt, speziell vom State Washington bei dem man offenbar keine Autoprüfung benötige um Auto zu fahren. Das Gegenteil stellte sich bis jetzt heraus: Die Amerikaner überholen mit grosser Distanz, oft fahren sie dutzende von Metern hinter einem her bis sich eine sichere Möglichkeit ergibt um uns zu überholen. Bei den Tunnels oder Strassenabschnitten ohne Seitenstreifen  hat es oft eine Warnblinkanzeige für die Autofahrer um zu signalisieren das Velofahrer unterwegs sind, aktiviert wird sie von uns Velofahrern per Knopfdruck selbst; so was habe ich bis jetzt in Europa nicht gesehen.

So nun reicht es langsam wir wollen ja schliesslich wieder vorwärts kommen, die ersten 1000 km erradelten wir übrigens vor zwei Tagen vor einem „Safeway“ Supermarkt ……

Achja, neue Bilder gibt es auch!

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